Von 24.-26. Oktober zeigte das VETART-Kunstforum in einer Gruppenausstellung eine Werkschau in memoriam des 5. Todestages an Univ.-Prof. Erich Glawischnig und aus Anlass der 120. Wiederkehr der Vergabe des Friedensnobelpreises an Bertha von Suttner, die von 1885 bis 1902 auf Schloss Harmannsdorf lebte. Die herbstliche Ausstellung im ehemal. Schüttkasten des Schlosses als Veranstaltungszentrum wurde mit dem Internat. Bertha von Suttner-Verein rund um den Nationalfeiertag konzipiert und in der neu gestalteten Sala Terrena eröffnet, deren beindruckende illusionistische Wandmalereien aus dem 19. Jhdt. im Jahre 2009 wieder hergestellt werden konnten und dem “Sieg der Natur über die Kunst” gewidmet sind, den wir kurzerhand ins Gegenteil transformieren wollten. Nach der Begrüßung durch den Hausherren, Mag. Dieter Glawischnig, dem Sohn von Prof. Glawischnig, stellte uns Bürgermeister Boigenfürst seine Gemeinde vor und wies auf die heutige Bedeutung von Schloss Harmannsdorf als regionales Kulturzentrum hin. Nach der Vorstellung des VETART-Kunstforums durch Obmann Bauer bezog er sich auf den seinerzeitigen Forschungsstall für Schweine und Kälber als Teil der praktisch angewandten Lehre an der Tierärztlichen Hochschule. Weiters verglich er die Situation vor über 100 Jahren mit den heutigen Entwicklungen in Bezug auf Freiheit und Frieden im heurigen Erinnerungs- und Gedenkjahr und zeigte Parallelen auf.
Die Ausstellung war in vier Teilen konzipiert, wobei die Besucher in der großen Sala Terrena von den Photographien von Peter Wagner begrüßt wurden. Wagner betonte darin seinen Bezug zu Krieg und Frieden bis hin zu den großen Problemen in der Welt , die er wie immer perfekt auf Forex-Platten und diesmal auf Staffeleien zum Ausdruck gebracht hat. In allen Räumen stellte Hannes Meissel weiblichen Bronze-Skulpturen auf Sockel auf und gab damit den Räumen eine dritte Dimension der Wahrnehmung der Ausstellung.
Die drei dahinter liegenden Räume wurden kurzerhand in einen “Stall”, einen “Sehnsuchtsraum” und in einen “Friedensraum” umgestaltet. Im Stall war als Tierraum ein Zyklus von neuen Wildtier-Bilder von Friederike Hilbert in Form von Rötel-Zeichnungen zu sehen. Karin Kogler beeindruckte mit großformatigen Tierbildern von Rindern, Schafen und Schweinen und ihrer typischen pastellfarbigen Art von Ölmalerei.
Der Sehnsuchtsraum führte uns zu Assoziationen an Urlaubsstimmungen und Traumlandschaften. Sabine Kofler-Michaelis gelingt es immer wieder mit ihren abstrakten Sand- und Pigmentbildern unsere Sehnsüchte nach dem Meer oder Wüsten zu wecken. Markus Kasper bot eine Anzahl virtuoser Zeichnungen von Wiener Wahrzeichen, Landschaftseindrücken wie Impressionen aus Island als Zeichnungen, Aquarelle - und einen Dobermann erstmals aus Acryl an, deren perfekte technische Durchführung uns fast an Photographien erinnerte.
Im Friedensraum griffen wir als Referenz an den Ort der Entstehung des Buches “Die Waffen nieder!” bzw. in Erinnerung an die 120. Wiederkehr der Verleihung des Friedensnobelpreises 1905 an Bertha von Suttner das Thema künstlerisch auf. Friederike Hilbert zeigte ein speziell dazu großformatig kreiertes Werk des Umgangs mit Waffen als Graphit-Zeichnung. Johanna Korak betonte das Thema Frieden durch ihre abstrakten Schüttbilder und Acrylwerke, in denen auch die Rolle der Frau im Mittelpunkt stand.
Abgerundet wurde die dreitägige VETART-Schau auf Schloss Harmannsdorf mit einer exklusiven Führung für die betagte Witwe von Prof. Glawischnig durch die Ausstellung, eine Führung der Teilnehmer durch die Privaträume des Wohn-Schlosses von Dieter und Renate Glawischnig inkl. der Schlosskapelle sowie einem Besuch der Mitglieder des Internat. Bertha von Suttner-Vereins in unserer Ausstellung. Dazu konnten wir eine Reihe von Originalien aus der Literatur zur damaligen Zeit studieren und uns mit den damaligen Entwicklungen bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges beschäftigen.
Damit ist es dem VETART-Kunstforum im 13. Jahr seines Bestehens gelungen, einen historischen, aber auch für viele Beteiligten wichtigen persönlichen Ort ihres Studiums aufzusuchen und ihn auf diesem Wege als vielfache Referenz zu würdigen.
“Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut reingewaschen werden!”
(Bertha von Suttner)