Mensch - Tier - Umwelt

VETART goes Berlin!

"Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut", von der Freien Universität (FU -) Berlin eingeladen worden zu sein, eine erstmalige Ausstellung in der Vet-med.-Bibliothek gestalten zu dürfen - einem Ort der Wissenschaft und Bildung, an dem temporär die Kunst als bildgebende Technik Einzug gehalten hat! Wir waren nicht die Ersten, die diese Bibliothek tierisch besiedelten: Als landwirtschaftliches Gut Düppel, später als Reithalle und bis heute mit einem Skelett einer Giraffe, standen Tiere hier immer schon im Zentrum des Geschehens!

Das Ausstellungsthema wurde in drei Teilen dem Publikum vorgestellt:

1. “Mensch - Tier - Umwelt” ist ein Schöpfungs-Projekt eines einzigartigen Zu- und Umgangs mit der Natur im Kontext der Kunst - ein Transformationsprozess zu Themen der Zeit! Wir Tierärzte leben diese Verbindung wie kaum ein anderer Beruf und lassen uns ein in eine Welt, wo die Natur und Umwelt im Mittelpunkt stehen - die Naturwissenschaften!

Der Mensch ist bis heute aber auch geprägt von Ängsten, Irrtümern und falschen Hoffnungen: Von der Zeit der Erde als Scheibe und Zentrum des Universums; seinem Verhältnis zum Tier, das lange als Sache galt - bis hin zur Frage, ob Impfstoffe wirksam und sinnvoll sind, um Seuchen zu bekämpfen?

2. Was kann die Kunst dazu beitragen? - Wenn man sich von Kunst inspirieren lässt, und dahingehend exponiert ist, löst dies in uns in bestimmten Gehirnarealen Wohlfühlgefühle aus, wie sie ansonsten nur von Drogen bekannt sind und zur chronischen Abhängigkeit führen können! Die Wirkung ist manchmal bei näherer Betrachtung auch, dass ein Bild gekauft wird! Die damit befasste Wissenschaft der Neuroästhetik erforscht die Grundlagen und die biologischen Reaktionen im Gehirn auf kreative Reize. So leben wir unseren “Zweitberuf” der uns in die Lage versetzt, beide Gehirnhälften -die logische und die kreative - zu benutzen und Zusammenhänge als Synästheten wahrzunehmen.

3. Kunst und Kultur sind unsere Brücke zwischen Mensch, Natur und Umwelt, mit denen wir in Frieden leben wollen. - Und auch der ist heute mehr denn je in Gefahr!

Die Ausstellung “Mensch-Tier-Umwelt” wollte uns auf diese Zusammen-hänge hinweisen und bot einen Schwerpunkt aktueller Positionen unserer großen Tiermaler/-innen. Wir beschauten dazu Werke von 11 Künstlerinnen und Künstlern, die bisher unbeschaut - da neu - waren:

l Christine Gallauner war mit großformatigen Bildern eines Lipizzaners und der Wiener Gloriette vertreten.  

l Friederike Hilbert, die derzeit an der Akademie der Bildenden Künste studiert, zeigte neue Rötelzeichnungen von Tieren und Betonskulpturen.

l Sylvia Kölbl war mit einer Vielzahl von Acrylbildern und Pastellzeichnungen mit dabei.

l Johanna Korak stellte drei Zyklen aus, die sich mit den Naturelementen und mit kunstvollen Organmodifikationen befassten.

l Carolin Krejci beeindruckte wie immer mit ihrer großformatigen Seidenmalerei zu Natur- und Tiermotiven.

l Beatrix Leitold setzte sich kritisch in Acryl-Sgrafitto-Collagen mit den komplexen Zusammenhängen von Natur, Mensch und Meer auseinander.

l Heinz Strahl, der Hendlmaler, stellte in zwei Werken anthropomorphe Überlegungen zum Nachdenken und Schmunzeln an.

l Günter Schwarz überzeugte wieder mit fein gearbeiteten, neuen Ölbildern von “lebendigen” Wild- und Haustieren sowie einzigartigen Portraits.

l Elisabeth Wagner stellte zahlreiche Acrylcollagen zu Umwelt- und Naturbedrohungen aus.

l Peter Wagner beeindruckte erstmals mit einem großen Zyklus von Siloballenmotiven als Digitalfotos (Pigmentdrucke auf Bütten- oder Fotopapier).

l Tanja Wurz ist eine begnadete Tiermalerin, die Großformate in Öl auf Leinwand bevorzugt und sie perfekt in Szene gesetzt hat.

Ein großer Dank gebührt dem Dekan Prof. Dr. Rösler, dem Vizedekan Dr. Thomas Alter, dem Leiter der Fachbibliothek Dr. Tobias Ripp und unserer lieben Friederike Hilbert, die den Kontakt hergestellt und eine Ausstellungsbroschüre angelegt hat. Die Ausstellung zu gestalten war gerade nicht leicht, da Fußball die neue Kultur war - Deutschland und Österreich sind eben große Kultur- UND Sportnationen!

KB

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