Warum? – 10 Statements zur Integration von Kunst in den tierärztlichen Berufsalltag

 

1. Unsere Gesellschaft baut auf Kultur als wesentlichem Faktor auf, Österreich ist eine Kultur-Großmacht mit historischen Traditionen

2. Kunst ist Inspiration, Innovation und Gewinn durch eigene Schöpfungen, nicht nur entspannend, sondern spannend wie der Beruf und bringt eine Umwegrentabilität in Form einer Aufwertung des Berufsleitbildes und der damit verbundenen Werte

3. Das Spannungsfeld entsteht zwischen dem stark regelmentierten tierärztlichen Beruf und der kreativen freien Kunst, Freiraum und Zeit sind in beiden Fällen ein hohes Gut. Künstler-isches Arbeiten ist eine Metaebene und ein guter Ausgleich/Ergänzung zu beruflichem Alltag

4. Der direkte Bezug zum Leben (Heilkunst) und zu den Tieren (Anwalt der Tiere) sowie zur Lebensmittelkette (als Garant für die Sicherheit tierischer Lebensmittel) zeichnet den Tierarzt sowohl im Beruf als auch in der Kunst aus, damit entstehen eine reale Exklusivität, starke Motive und ein neues Format

5. Der persönliche Horizont wird erweitert und der Kopf einmal leer (kreative Störungen), Vorurteile und Stress werden abgebaut, Brücken gebaut, Beziehungen geknüpft

6. Das Berufsbild wird durch Kunst emotional positiv aufgeladen, Bilder schaffen neue Realitäten und Geschichten, Identität; eine neue Identifikation wird geschaffen:

7. Kunstpräsentationen sind evtl. Teil der Praxismarketing-Strategie im Rahmen einer CI, Motive und Techniken können mit dem Berufsbild harmonieren

8. Was oft mit Worten nicht gelingt, schafft die Kunst. Sie erfordert auch Interesse und zusätzliches Engagement, wichtig: Kunstvermittlung an Aussenstehende, dh. Akzeptanz und Verständnis für Kunst entstehen erst durch Vergleichsmöglichkeiten, Bezug und Dialog

9. Kunst ist kein Orchideenthema, sondern reale Auseinandersetzung und hat einen speziellen Markt, das vetart-Kunstforum bündelt die Interessen der KünstlerInnen, ist eine neues Format, neuer Anbieter und tritt nach aussen einheitlich und geschlossen auf

10. Die Kunst der TierärztInnen ist besonders vielfältig strukturiert. Einerseits gibt es eine Vielzahl von Kunstschaffenden verschiedener Genres, andererseits auch vielfältige Förderer und Sponsoren, die in einem „vetart-pool“ zusammengefasst werden.

 

Potentielle Motive und Themen:

 

 Persönliche Zugänge:   

Freiraum, Zeit, Gefühle, Verarbeitungsstrategien, Stressabbau, Kreativität, präventive Gesundheits­vorsorge, seelische Bereicherung, Autodidakten (80-90% sind voluntary artists)

 

  • ·         Abstraktes, Mischtechniken, Landschaften, Stilleben, Tier-arten-darstellungen, ….

 

                „Alle guten Dinge liegen wie Kühe auf der Weide“ (Friedrich Nietzsche)

 

„Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv – nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies!“ (Konrad Lorenz)

 

 

Kulturpolitischer Kontext im gesellschaftlichen Umfeld:

 

 Wo sich eine Kulturinitiative nicht einfach als Kulturproduzentin versteht, sondern innovative und qualitative Kultur- und Wissensarbeit anstrebt, die es anderen Instanzen wert erscheint, sie mitzutragen, bleibt zu Beginn die Frage nach relevanten Themen im gemeinsamen Lebensbereich mit hoher Aktualität und Priorität (Zeitgeist). Zusätzlich erweist sich künstlerische Arbeit als „anderer Weg“, manche Annahmen, Spannungen und Erkenntnisse des Berufsalltages zu überprüfen bzw. zu kommunizieren:

 

  • ·         Natur – Leben – Gesundheit – Krankheit – Medizin – Tod: Zyklus unserer Existenz, Leben schaffen, heilen und erhalten
  • ·         Mensch – Tier (Nutztier/Heimtier) – Beziehung ("Corporate Animal Responsibility"):

Nutztier – Heimtier – Familienmitglied

 Tierschutz – Tierwohl – Tierethik – Tierarzt

  •  ·         Agrarische Welt, Ländlicher Raum und -Entwicklung: Zwischen Landwirtschaft und High-Tech, Strukturwandel: Tierärzte als Strukturfolger
  •  Installationen in leeren Stallungen „stall-art“, wo ehemals Nutztiere gehalten wurden
  •  Lebensmittel: Teller – Trog – Tank – Tonne, Fleisch – Vegan, Bio – Konventionell, ….
  • ·(Museum: Evtl. in Zusammenarbeit mit einem Zentrum für Gegenwartskunst)

 

„Culture is not a parasite of economics and social development, but it can be a motor for it!“(Simon Brault, Canada)

 

 Regionales Bewußtsein und Identität:

 

 Erkenntnisse der EU-Strukturfonds nehmen die Kunst als messbaren Beitrag zur Identität, wirtschaft-lichen Entwicklung, Tourismus und Lebensqualität bzw. als Standortfaktoren für eine Region wahr:

 

  • ·         der Tierarzt als Kulturträger schafft ein eigenes Gravitationsfeld!

 

Mit unseren kulturellen Angeboten können wir österreichweit aktiv werden und bottom-up „ein neues Bild unserer Welt machen“, dh. Reflektieren, wie wir unsere Situation/Region verbessern können, nicht nur in der Region, sondern auch für sie!

 

  • ·Kunst kann auch abseits von Zentren in der Provinz ein Publikumsmagnet sein. Der hohe Stellenwert der Hochkunst als Aushängeschild des Landes (in den Städten) steht in krassem Gegensatz zur Wahrnehmung der zeitgenössischen Kunstschaffenden bzw. regionalen Gegenwartskunst (in der Provinz), dementsprechend verteilen sich die Rollen und die Mittel. Eine Änderung dieser Situation kann sich nur durch das Engagement von Kulturinteress­ierten, Organisatoren sowie der Künstler selbst ergeben, indem sie aus ihren Nischen heraustreten und der direkte Kontakt zu einem breiten Publikum gesucht wird.

 

Dr. Karl Bauer, ATA und FTA für Tierzucht, geb. 1960 in Hartberg, Stmk., Matura 1978 am BRG Fürstenfeld (Bildnerische Erziehung bei Akad. Maler Ewald Maurer und Akad. Maler Willibald Reindl)

Vetmed-Studium in Wien, Matr.Nr.: 7945064, 2 Jahre Praxis-Assistenz, 20 Jahre Leiter der Besamungs- und ET-Station in Gleisdorf („Künstliche Besamung“) inkl. SFU, seit 2008 beim Amt der stmk. Landesregierung, seit 2010 TGD-Geschäftsführer in der Steiermark

2008: „kosovart“- Ausstellung von vier kosovarischen Malern in Götzendorf, Gleisdorf und Wien (KHM)

Seit 2009 Mitglied von „kunstost“(www.kunstost.at) ,der soziokulturellen Drehscheibe in der Oststeiermark

2010-2014 Mitglied des Kulturausschusses der Stadt Gleisdorf

2012: „vetart“- Gruppenausstellung von 18 Tierärztinnen und Tierärzten in Verbindung mit der Kulturhauptstadt Maribor2012, Schloss Spielfeld, Stmk. (www.vetart.at)

2013: Gründung des „VETART – Kunstforum“ in Wien

Mitinitiator des „Kulturpaktes Gleisdorf“ (www.gleisdorf.at)

2014: Ausstellung „Helmut Arnez 1929 – 2004“ vom 27.3.-6.4. im Museum im Rathaus, Gleisdorf

          Initiative zu „Kunst im Amt“ für Mitarbeiter des Amtes der steirischen Landesregierung

2015: Absolvierung eines Kulturmanagement-Lehrganges mit Zertifizierung nach ISO 17024

          „Artists in residence“  mit kosovarischen  Maler_innen in Gleisdorf

2016: „pigtures – Eine künstlerische Annäherung an das Schwein“ Ausstellung an der Tierklinik                 Gleisdorf-Süd von Schüler_innen der Ortweinschule Graz (Vernissage am 13.4.2016)

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